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Steuerklassenwahl

Steuerklassenwahl

Die Steuerklassenwahl ist eine unterjährige Berechnung der abziehbaren Lohnsteuer. 

Grundsätzlich wird die Steuer erst mit der Steuererklärung genau berechnet. 

Dabei kann es je nach Steuerklasse entweder zu einer Nachzahlung (weil unterjährig zu wenig Lohnsteuer abgeführt wurde) oder zu einer Erstattung (weil unterjährig zu viel Steuer abgeführt wurde) kommen. 

Die Berechnung der Steuerklassen 4/4 ohne Faktor ist im Prinzip wie die Berechnung der Steuerklasse 1. Hierbei wird für jeden Ehegatten separat die abzuführende Lohnsteuer ermittelt.  

Erst mit der Steuererklärung erfolgt die Zusammenveranlagung und die Vergünstigung aufgrund der Lohnsteuerklassen. Meist entsteht hier eine Erstattung. 

Die Wahl der Lohnsteuerklassen 4/4 ist in der Regel für ca. gleichverdienende Ehegatten am günstigsten. 

Bei der Steuerklasse 3/5 erfolgt die Berechnung für die Steuerklasse 3 begünstigt, so dass hier weniger Lohnsteuer abgeführt wird und dadurch der Nettolohn unterjährig höher ausfällt. 

Bei Steuerklasse 5 hingegen wird mehr Lohnsteuer abgeführt, so dass der Nettolohn deutlich geringer ausfällt.  

Diese Wahl der Steuerklassen ist eher gedacht, wenn ein Partner deutlich mehr verdient als der andere.  

Hier wird auch erst mit der Steuererklärung festgestellt, wie viel Lohnsteuer tatsächlich noch abzuführen ist.  

Wenn beide Ehegatten lohnsteuerpflichtige Einnahmen haben, führt dies meist zu einer Nachzahlung. 

 

Die Berechnung mit den Steuerklassen 4/4 mit Faktor erfolgt ganz genau. Hierbei wird schon bei der Berechnung der Lohnsteuer pro Ehegatte genau berechnet wieviel abzuführen ist, da hier beide Gehälter der Ehegatten mit in die Berechnung einfließen. 

Daraus ergibt sich mit der Steuererklärung (ohne die Berücksichtigung weiterer Einnahmen und Ausgaben) weder eine Erstattung noch eine Nachzahlung. 

Bitte Beachten: 

Bei der Wahl der Steuerklassen 3/5 und 4/4 mit Faktor besteht Abgabepflicht beim Finanzamt. 

 

Vor und Nachteile der Steuerklassenwahl: 

Vorteile 4/4: 

  • Keine Abgabepflicht der Steuererklärung auf Grund der Steuerklassenwahl (aber in der Regel empfehlenswert, da meist Erstattung) 
  • Meist Erstattung in der Steuererklärung 

Nachteile 4/4: 

  • Meist unterjährig zu hohe Abzüge, daraus niedrigerer Nettolohn

Vorteile 3/5: 

  • Ehegatte in Steuerklasse 3 nur geringe Abzüge, darum unterjährig hohes Netto

Nachteile 3/5: 

  • Ehegatte in Steuerklasse 5 sehr hohe Abzüge, darum unterjährig geringes Netto 
  • Abgabepflicht der Steuererklärung 
  • Meist Nachzahlung in der Steuererklärung

Vorteile 4/4 Faktor: 

  • Genauere Berechnung der Abzüge schon unterjährig 
  • Daraus meist weder Erstattung noch Nachzahlung in der Steuererklärung (aufgrund der Berechnung der Steuerklassen. Weitere Einnahmen und Ausgaben sind ausgenommen)

Nachteile 4/4 Faktor: 

  • Abgabepflicht beim Finanzamt 

BVerfG: Zumutbare (Eigen-)Belastung ist nicht verfassungswidrig

Beantragen Sie in Ihrer Einkommensteuererklärung den Abzug einer außergewöhnlichen Belastung, ermittelt das Finanzamt eine zumutbare (Eigen-)Belastung nach § 33 Abs. 3 EStG. Steuerlich absetzbar ist nur der Betrag, der die zumutbare Belastung übersteigt. Die Hoffnung, dass die zumutbare Belastung verfassungswidrig sein könnte, ist leider zerstoben. Das BVerfG hat eine entsprechende Verfassungsbeschwerde zu Krankheitskosten nicht zur Entscheidung angenommen (BVerfG, Beschluss vom 23.11.2016, Az. 2 BvR 180/16).

Bearbeitungszeiten für Steuererklärungen

Die Finanzämter können regelmäßig erst Anfang März mit der Veranlagung der Einkommensteuer für das abgelaufene Jahr beginnen. Bis zum 28. Februar haben Arbeitgeber, Versicherungen und andere Institutionen Zeit, die für die Steuerberechnung benötigten Angaben elektronisch an die Finanzverwaltung zu übermitteln. Dazu zählen zum Beispiel Lohnsteuerbescheinigungen, Beitragsdaten zur Kranken- und Pflegeversicherung, Altersvorsorge sowie Rentenbezugsmitteilungen.

Durch die direkte Übermittlung der Informationen an die Finanzverwaltung wird die Steuerveranlagung vereinfacht und Rückfragen der Finanzverwaltung an die Bürgerinnen und Bürger reduziert.

    Frühestens ab März können die Finanzämter dann eingereichte Steuererklärungen bearbeiten. Je nach Komplexität des einzelnen Steuerfalles – bei erforderlichen Rückfragen, Belegprüfungen u. ä. – kann die Bearbeitungszeit zwischen 5 Wochen und 6 Monaten betragen – in besonders umfangreichen Fällen sogar noch länger.

Auf der anderen Seite erhalten viele Steuerzahlerinnen und Steuerzahler ihre Bescheide auch wesentlich schneller.

Erhöhung des Alleinerziehenden-Entlastungsbetrags

Für Alleinerziehende wurde beschlossen, den Freibetrag um 600 Euro auf 1.908 anzuheben. Zusätzlich wird ein Freibetrag pro weiteres Kind von 240 Euro eingeführt. Bei zwei Kindern beträgt der Freibetrag nun insgesamt 2.388 Euro. Der Arbeitgeber sollte diese nachträgliche Erhöhung mit der Dezemberabrechnung berücksichtigen. Bitte prüfen Sie, ob dem Arbeitgeber Ihre vollständigen Daten (ELSTAM) zur Verfügung stehen. Nur dann

kann er den Lohnsteuerabzug im Dezember korrekt berechnen. Wenn Sie den Arbeitgeber gewechselt haben oder mehr als ein Kind alleine betreuen, sollten sie auf jeden Fall eine Steuererklärung für 2015 einreichen, nur dann erhalten Sie die Steuervergünstigung

des Alleinerziehenden-Entlastungsbetrags in vollem Umfang.  

 

  • Der Freibetrag für Kinder wird zweifach angehoben:

2015 um 144 Euro von 2.134 Euro auf 2.256 Euro und 2016 um 96 Euro von 2.256 Euro auf 2.304 Euro – Der Freibetrag für Betreuung und Erziehung bleibt unverändert bei 1.320 Euro.

 

  • Das Kindergeld steigt:

2015 für jedes Kind um 4 Euro

2016 für jedes Kind um 2 Euro.

 

Die Auszahlung wird rückwirkend bis spätestens Oktober 2015 erfolgen

Bitte beachten Sie, dass sich entsprechend auch die Werte der Düsseldorfer Tabelle nach oben verändert haben.